Warum ich schreiben lernen wollte
Alles, was uns begegnet, lässt Spuren zurück.
Alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei.
J. W. v. Goethe
Freiheit – und was man darunter versteht. Die Kinder sind aus dem Haus. Endlich! Kein Wäscheberge-Dilemma trotz vollem Kleiderschrank, kein kulinarisches Nörgeln, keine besetzten Fernsehsessel mehr. Die neue Devise lautet: Nur noch tun, was Spaß macht. Wenn man bloß wüsste, was das ist. Beim Nachwuchs steht man jedenfalls vor verschlossenen Türen.
Meine Tochter stellte sofort klar: Einmischung in Haushalt oder Kindererziehung unerwünscht. Rufe ich an (niemals vor 11 Uhr!), folgt ein digitaler Terminkalender-Staccato: Krabbelgruppe, Babyschwimmen, Schwiegereltern, Freunde. Der sieben Monate alte Enkel ist komplett ausgebucht. Und die Oma? Macht angeblich alles falsch – vom Anziehen bis zum Füttern.
Mein Sohn wiederum sieht meine gewonnene Freiheit als Ressource für sich. Beim Einzug in seine – von uns finanzierte – Wohnung gab er mir den Hausschlüssel: „Du hast doch jetzt Langeweile, Mami. Gieß einfach die Blumen und saug ab und zu durch. Am Wochenende komme ich dann zum Essen heim.“ Den Schlüssel habe ich ganz tief in einer Schublade vergraben.
Wo ist nur die Zeit geblieben? Diese Frage stellen mein Mann und ich uns oft. Gefühlt waren die Kinder eben noch klein, und im nächsten Moment sind sie flügge. Wir mussten schnell lernen, dass sie uns jetzt nur noch aus der Ferne brauchen. Was bleibt, sind ihre Spuren in unserem Leben. Und genau diese Spuren habe ich gesammelt.
Dass ich heute überhaupt am Schreibtisch sitze, habe ich einer lieben Freundin zu verdanken. Wenn wir uns trafen, ging uns nie der Gesprächsstoff aus. Meistens lag das an mir – ich redete, während sie fand, ihr Alltag gebe nicht viel her. Sie war es auch, die mich ermutigte: „Mensch Rena, du hast so viel erlebt und ein echtes Erzähltalent. Schreib das doch mal auf!“
Im Jahr 1994 packte mich das Schreibfieber. Meine Gedanken überschlugen sich regelrecht. Doch mit den ersten Seiten kamen die Selbstzweifel: „Wen interessiert das? Du bist eine Dilettantin, du willst dich doch nur wichtigmachen.“
Trotz des Zuspruchs von Familie und Freunden gab ich nach und legte den Stift nieder. Ein fertiges Manuskript und etliche Kurzgeschichten verschwanden in den Tiefen meines Computers. Plötzlich hatte ich tausend Ausreden parat: Job, Familie, der Hund. Irgendein Grund fand sich immer. Und doch ließ mich der Gedanke nicht los. Aber wie schreibt man richtig? Wie fängt man Gefühle in Worten ein, wo gehören die Kommata hin und wie macht man das vermeintlich alltägliche Leben für andere spannend? Während meine Intuition mir zuflüstert, dass ich genau hier richtig bin, stemmt sich der innere Kritiker noch immer dagegen.
Anfang 2001 stolperte ich über eine Anzeige der Hamburger Axel-Andersson-Akademie zur „Schule des Schreibens“. Sie wanderte erst einmal in den Sekretär. Später forderte ich zwar aus Neugier Unterlagen an, beschloss dann aber trotzig: Das brauche ich nicht.
Ich redete mir ein, ohnehin ausgelastet zu sein – schließlich beanspruchte mein Ehrenamt genug freie Zeit. Meine Anfrage war ein halbherziger Versuch, und die folgenden Briefe der Akademie ignorierte ich konsequent.
Mein innerer Kritiker funktionierte eben tadellos. Jedes Mal, wenn ich die Broschüren doch wieder durchblätterte, flüsterte das Teufelchen: „Was hast du schon groß zu sagen? Du hast einen Job, das ist doch nur unnötiger Stress. Mach es dir gemütlich, schau fern, geh mit dem Hund raus. Das genügt.“
Aber es genügte mir eben nicht. Der Wunsch war stärker: Ich wollte richtig gutschreiben und wissen, wie weit ich gehen kann. mir selbst beweisen, dass, wenn die Kinder aus dem Haus sind, noch dazu lernen kann.
Trotz aller Zweifel zog ich es durch: Ich beendete das zweijährige Fernstudium an der Hamburger Akademie. Kurz darauf entstanden meine ersten Kurzgeschichten. Einmal im Monat las ich sie in der Seniorenresidenz vor, in der ich arbeitete – ein wunderbares Publikum.
Dann folgte mein erstes Sachbuch, ein absolutes Herzensprojekt: „Mütter weinen nachts. Mein Sohn hat Knochenkrebs.“
Beflügelt von diesem Erfolg wagte ich mich an meinen ersten Roman „Charlotte“, an dessen Fortsetzung ich momentan schreibe. Mein Leben hat so viele Spuren hinterlassen – Spuren, die auf Papier gebracht werden wollen. Genauso, wie meine Freundin es damals immer gesagt hat: Ich muss einfach schreiben.
Option 1: Tiefgründig & Inspirierend (Fokus auf Neubeginn & Mut)
Titel: Wenn das Nest leer wird: Wie ich lernte, den Spuren meiner eigenen Träume zu folgen
Intro: Die Kinder sind aus dem Haus, die Stille zieht ein – und plötzlich steht man vor der großen Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr rund um die Uhr Mama sein muss? Nach Jahren voller Wäscheberge und Familienalltag stand ich plötzlich vor einer vermeintlich perfekten Freiheit, die sich anfangs eher wie ein tiefes Loch anfühlte. Dies ist die Geschichte darüber, wie ich den inneren Kritiker besiegt habe, warum ein Fernstudium mein Leben veränderte und wie ich gelernt habe, die Spuren meines Lebens auf Papier zu bringen. Eine Einladung an dich, niemals aufzuhören, neu dazuzulernen.
Option 2: Emotional & Direkt (Fokus auf die innere Stimme)
Titel: „Was hast du schon groß zu sagen?“ – Mein Weg vom inneren Kritiker zum ersten Buch
Intro: Kennst du diese leise Stimme, die dir zuflüstert, dass du nicht gut genug bist? Dass deine Geschichten niemanden interessieren? Jahrelang hat dieses „Teufelchen“ mich blockiert. Als meine Kinder flügge wurden und mich nur noch aus der Ferne brauchten, stand ich am Schreibtisch meiner eigenen Zweifel. Doch der Wunsch zu schreiben war stärker als die Angst. In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine ganz persönliche Reise: Vom ersten vergrabenen Hausschlüssel über ein spätes Fernstudium bis hin zu meinem ersten Herzensbuch. Weil unsere Spuren es wert sind, erzählt zu werden
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